Mittwoch, 27. August 2014

3. Tag

Hallo ihr Lieben,

ich kann eigentlich nicht behaupten, dass heute kein besonderer Tag war, denn jeder Tag ist neu und aufregend. Und ich habe das Bedürfnis, es euch zu erzählen. Aber er war tatsächlich sehr ruhig!

Heute morgen dachte ich, dass ich wieder alleine wäre und kam mir etwas bescheuert vor, denn ich hatte keine Ahnung wo alle hin waren. Doch irgendwann klingelte ein Telefon und meine Gastschwester kam aus ihrem Zimmer gerannt um ranzugehen. Ich erschrack total, schließlich dachte ich, dass ich alleine wäre. . . naja, nicht so schlimm. Meine Gastmutter war arbeiten.
Meine Schwestern gingen gegen Mittag einmal mit mir um den "Block", um mir alles zu zeigen. Wir waren in einem Buchladen und ich habe beschlossen, dass wenn ich morgen Taschengeld bekomme, dass ich mir ein kleines Hausaufgabenheft zulege, denn mit meinem Handyplaner oder Notizzetteln komme ich einfach nicht klar. Tja, so lernt man sich selbst kennen.
Mittags waren wir in einem "Healthy Store" und meine Gastschwestern haben mir ein vegetarisches Sandwich bestellt (auf dem ein Keks und Apfelscheiben lagen - war aber lecker!).
Danach ging die jüngere Gastschwester zum Geigenunterricht und ich übte mit meiner großen Schwester meine Präsentation für das morgige Rotary-Meeting. Ich lerne so viele neue Wörter und Sätze, das ist echt so viel!! Tatsächlich bin ich später in meinem Zimmer auf dem Bett über den Büchern eingeschlafen. So fest habe ich lange nicht mehr geschlafen - ich war völlig weg und kaputt. Drei Stunden später wachte ich auf, denn meine Gastmutter kam nach Hause. Wir haben zusammen gekocht.
Es gab Kohl - Pilze - Räuchertofu - Zwiebeln - Knoblauch - Paprika - Pfanne mit Reis. War sehr lecker.
Danach gaben sie mir noch Mango und ich durfte eine Guave probieren. Total lecker!!! Eine Mischung aus Litschi und Mango und . . . keine Ahnung . . . es war süß, saftig und super lecker!

Danach hatte ich ein paar Fragen an meine Gastmutter, wie zum Taschengeld und Handy und Schule und Bus und so weiter. . . es hat sich rausgestellt, dass ich am Freitag eine Willkommensparty an meiner Schule habe. Und am Sonntag machen wir eine kleine Radtour. Und es ist auch rausgekommen, dass wir in meinem Club drei Austauschschülermädchen sind - Deutschland, Frankreich und USA. Und wir wecheseln unsere Gastfamilien. Das Mädchen aus den USA ist gerade also bei meiner zweiten Gastfamilie u.s.w. Morgen bei dem "Clubtreffen" lerne ich sie kennen.

Ich erwähnte ja bereits, dass mein "Hochhaus" aussieht, wie ein Hotel. Es gibt hier sogar Angebote für abends, wie Yoga, Fitnessstudio, Filme, es gibt eine Leseecke oder einen Raum für "Hausaufgaben". Es ist richtig cool. Jede Familie bezahlt, dafür "Miete", man kann es sozusagen "Kostenlos" nutzen. Das finde ich super cool!!
Nächste Woche Mittwoch gehe ich mit meiner Gastmutter zum Yoga :)

Was mir bisher aufgefallen ist:
  • Im Radio habe ich neulich Werbung für VW gehört "Volkswagen - das Auto"
  • sie haben hier TV-Shows, bei denen man unter anderem auch "Freude schöner Götterfunken" trommeln muss. Wie bei dem Wii-Spiel "Band Hero", nur eben als TV-Show und die Teilnehmer duellieren sich in dieser TV-Show (wer am besten trommelt) - bitte fragt nicht . . .
  • Hier läuft irgendwie immer der Fernseher, auch wenn niemand zuschaut - das finde ich nicht so toll, daran muss ich mich gewöhnen
  • Taiwaner lieben ihr Handy und Facebook!!!
  • Sie wissen, manchmal selbst nicht, was sie essen (wenn es bei einem großen Dinner im Restaurant serviert wird).

                Mittag im "Healthy Store" (den Namen habe ich mir ausgedacht, aber die Übersetzung müsste hinkommen)


                                                         Kochen mit meiner Gastmutter




                                                              Willkommens-Poster


                                                        Ein Einblick in mein Zimmer




Bis dahin umarme ich euch ganz doll und hoffe, dass euch drüben im Westen auch gut geht. Im Moment macht mir das Bloggen noch sehr viel Spaß und ich hoffe, dass euch das nicht "zu viel" wird. Ich liebe es echt, euch das alles zu berichten. Ich hoffe, ich habe in Zukunft auch öfter Zeit dazu.
Macht's gut, ich liebe euch
Anna

Dienstag, 26. August 2014

2. Tag

Hallo ihr Lieben,

wenn jeder Tag so ereignisreich ist, dann werde ich Weltmeister im bloggen!

Heute konnte ich erstmal lange ausschlafen. Was ich eigentlich nicht nutzen konnte, weil ich in der Nacht und überhaupt des öfteren aufgewacht bin. Auf jeden Fall war ich den ganzen Vormittag alleine und das war auch mal ganz schön.
Es geht mir übrigens schon besser! Es geht mir wirklich bestens, meine Magenverstimmungen sind endlich weg.
Danke Mama, dass du heute so früh aufgestanden bist, um mit mir zu skypen. Es geht mir nun richtig gut.

Gegen Mittag ist meine jüngere Gastschwester nach Hause gekommen. Ich habe sie gegrüßt, doch sie war ziemlich schüchtern. Dann ist sie zu mir ins Zimmer gekommen und hat mir gesagt, dass wir in einer Stunde ihre Schwester und Mama treffen und dann in die Stadt gehen.
Ich habe derweile Chinesisch gelernt (mit meinen Büchern), denn heute morgen klebte ein Zettel am Badspiegel "Rotary-Meeting 08/28, introduce yourself for 5 minutes". Was soviel heißt wie "Rotary-Treffen am 28.8., stell dich für 5 Minuten vor". Das heißt, ich muss mich vor dem ganzen Rotaryclub in Chinesisch vorstellen. Zwar nur für 5 Minuten, aber die muss man auch erstmal voll kriegen. Also habe ich eine Weile da gesessen und Chinesisch geübt und mir Notizen gemacht. Ich fragte meine jüngere gastschwester nach ihrer Hilfe und kaum 5 Minuten später saßen wir in meinem Zimmer und übten Chinesisch. Ich lernte zu sagen, dass ich früh mit Mama geskypt hatte und dass ich aus der Stadt noch ein Schreibbuch und noch etwas anderes brauche. Sie ist echt total niedlich. Sie ist übrigens erst zwölf und nicht fünfzehn. Und sie war vor kurzem mit Rotary in Kanada. Mit 12! Aber ihr Englisch ist halt gut.

Als meine andere Gastschwester dann kam sind wir mit dem Bus zu meiner Gastmutter auf Arbeit gefahren, um sie abzuholen.





Doch als wir da waren, stellte meine Gastmutter mich erstmal ihrem Chef vor. Das war eine ganz seltsame Situation ("Das ist mein Boss"). Tja, er war eigentlich ganz nett. Aber die "Arbeit" müsst ihr euch so vorstellen: eigentlich siehst du niemanden arbeiten in diesem Büro. Das "Büro" des Chefs war eine Art Wohnzimmer mit Küche und er hat gerade ferngesehen. Auch in dem Büro meiner Gastmutter saß ihr Kollege vor einem Computerspiel. Was machen die den ganzen Tag??
Auf jeden Fall bekam ich aber auch Mangos zum probieren. Gott, die sind so himmlisch!!! Die schmelzen auf der Zunge, sobald man sie in den Mund nimmt. Sie sind so hauchzart und weich wie Butter!




Irgendwann sind wir dann wirklich in die Stadt gegangen. Auf die "Old Sanxia Road". Das ist eine im alten japanischen Baustil. Ich schreibe deshalb "Japanisch", weil dort einmal japanische Kolonien waren.
Die Straße ist wunderschön.
Wir haben einen Tee getrunken. Ein schwarz aussehender Tee, der aber kein "Schwarzer Tee" war. Im Hinterhaus gab es den Tee auch zu kaufen und Teeschalen. Ich fand den Tee nicht so toll, hab ihn aber brav getrunken. Dann entdeckte meine Gastmutter einen Laden für Kalligraphiepinsel. Die wurden da sogar vor dem Laden handgemacht hergestellt (siehe Foto unten). Es war echt interessant. Wir haben bestimmt 20 Minuten in diesem Laden verbracht, weil meine Gastmutter einen Pinsel für meine jüngere Gastschwester kaufen wollte, weil diese ja Kalligraphie macht. Sie durfte sie sogar ausprobieren. Und am Ende wurde mit einer "Motor-Nadel" ihr Name eingeritzt. Das sah echt cool aus!

Ein wenig später fragten sie mich, ob ich hungrig sei. Ehrlich gesagt war ich das wirklich und so gingen wir in einen kleinen Laden, wo es kalte Suppe gab. Aber die war richtig lecker! Sie war mit Seidentofu (schmeckte wie Vanillepudding), Bohnen und "Bubbles" und Erdnüssen. Bubbles sind irgendwelche...Kugeln, die....aus irgendwas bestehen. Aber richtig lecker!!
Die ganze Wand im Laden war beschriftet, also hinterließ ich auch ein paar Grüße.

Wir besuchten darauf den Sanxia Tempel. Ein riesiger Tempel, und er ist wunderschön. In die Säulen sind Figuren, fast schon Geschichten eingemeißelt. Seht selbst auf den Fotos! es gab in dem Tempel auch eine Abteilung zum Beten für gute Noten. In Asien ist das Schulsystem ja sowieso sehr streng. mein Gastvater hat gestern das deutsche Schulsystem gelobt, weil wir mehr die Möglichkeit haben uns selbst zu entwickeln. In Asien ist das häufig nicht der Fall, hier Zählt es, dass man zu den Besten gehört. Er selbst hat das eigene Schulsystem bemängelt. Das hätte ich nicht erwartet, aber er hat ja irgendwie recht...
















Nachdem wir noch auf der berühmten Sanxia Brücke waren und "Stinky Tofu" probiert hatten (schmeckt mir echt lecker und meine kleine Gastschwester liebt es, wie man auf dem Foto sieht) gingen wir zurück in das "Büro" gefahren. Ich weiß ehrlich nicht warum, aber aufeinmal saß ich vor dem Fernseher mit meinen Gastgeschwistern und meine Gastmutter war verschwunden. Taiwanesen lieben Mangas und Fernseher-Shows...Weil wir davor noch mein Schreibbuch gekauft hatten, vertrieb ich mir die Zeit mit Chinesisch lernen, indem ich meine Notizen in das neue Buch übertrug. Zudem lernte ich mit meinen Gastschwestern noch weitere Wörter und Sätze. Eigentlich macht das ziemlich Spaß.

Irgendwann kam meine Gastmutter zurück, ich fragte, wo sie war und es stellte sich raus, dass sie gearbeitet hatte.

Dann fuhren wir mit einem Kollegen meiner Gastmutter auf eine "Baby-Party" Tja, was soll ich sagen, wenn ein Baby in Taiwan geboren wird, gibt es eben eine Baby-Party, wenn das Kind einen Monat alt ist. Ich habe keine Ahnung, in welchem Verhältnis meine Gasteltern mit den Gastgebern standen, aber sie waren eingeladen. Und es waren echt viele Leute da. Auch der "Boss" meiner Gastmutter. Es gab ein großes Gänge-Menü und meine Gastmutter sorgte sich liebevoll darum, dass ich vegan essen konnte. Das finde ich total herzlich und super nett!!! Ich habe immer "Xie xie" gesagt ("Danke") denn das ist wirklich super lieb. Und ich bin auch satt geworden. Am besten fand ich die gefüllten Mandeltaschen.


                     In Deutschland würde so ein 60. Geburtstag aussehen (es war wirklich viel los!)                                                           


                                                     Kalter Tee, der nach Kakao schmeckte


                                                                       Guaven-Saft


                                                                  Meine 6 Gänge


                       "Baby-Party" (Gott, war ich aufgeregt, pötzlich das Baby halten zu dürfen!!)


                                           Komischer Weise gab es rosa gefärbte "Ostereier"

Es passiert hier so viel und ich bin im Moment wirklich zufrieden und es geht mir gut. Meine Gastgeschwister und -eltern sind super nett (wobei mein Gastpapa bis Freitag auf irgendeiner Geschäftsreise ist). Die Verständigung klappt auch gut...und ich bin erst zwei Tage hier!!!

Wie gesagt, vielleicht schaffe ich es bald nicht mehr von all dem hier zu berichten. Weil einfach so viel passiert. Aber ich bemühe mich!


Seit lieb umarmt von eurer Anna!!!

P.S. Die Müllautos spielen klassische Musik. Ja, wirklich! Wenn es anhält, um den Müll einzuladen, dann hört man plötzlich Musik von Bach oder Mozart :) Ich habe ein Video gemacht, aber leider weiß ich nicht, wie man es hochlädt... Ist echt lustig!

Montag, 25. August 2014

Alles neu!!!

Hallo ihr Lieben,

es gibt viel zu berichten.
Also ich bin in Taiwan....seit ca. 15 Stunden. Ich kann es nicht glauben, der Flug hat ewig gedauert!
Tja, und jetzt bin ich hier.
Das ist unglaublich. Am besten fange ich von vorne an.
Wir sind in Dresden eingestiegen und sind gelandet, haben die anderen Austauschschüler getroffen, haben das Gate gesucht. Ich musste mich in Frankfurt einer Sprengstoffkontrolle unterziehen, mein Regenschirm (das Gastgeschenk) wurde abgesaugt und ich musste in einen extra Raum mitgehen. Das war lustig.
Der Flug hat ewig gedauert. Ich saß zwischen ein paar Austauschschülern, das hat das ganze erleichtert, weil wir alle aufgeregt waren.
Es gab sogar vegan/vegetarisches Essen.
Ich habe "Mr. Magoriums Wunderladen" angeschaut (also den Film). Mr. Magorium sagte im Film (zwas zu einem andern Thema, aber es passte trotzdem): "Das Leben hat soviele Herausforderungen, sie sind nicht immer leicht, aber verpasse nicht die Chance sie zu nutzen." Das passte dann so ziem.ich auf meine Situation.









Als wir da waren, habe ich dann richtig Bauchkribbeln bekommen. Und als wir dann raus sind, gab es plötzlich ein Gerufe und vor uns waren die ganzen Gastfamilien mit Plakaten und Bannern, ich war so aufgeregt, das war alles so fremd, aber auch...naja...schön. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Und als ich meine Familie gefunden hatte, haben sie mich umarmt und es war der ganze Rotaryclub da! Und meine anderen zwei Gastmütter. Und mein Counselor. Und dann wurden erstmal gefühlte 50000 Fotos gemacht, die jetzt in der ganzen Welt umherwandern (Taiwaner lieben Facebook).
(Mein Counselor ist übrigens doch ein Mann, der aber wie eine Frau aussieht).
Danach bin ich mit meiner Familie zum Frühstück gefahren (es ist unglaublich heiß und es riecht die ganze Zeit nach Essen und Räucherstäbchen und Abgas). Mein Gastvater hat mein Essen ausgesucht. Sie erinnerten sich, dass ich nichts Tierisches esse und sie sagten, dass sie meine "Kultur" vollkommen respektieren. Es gab eine Teigtashce (wie eine herzhafte Buchtel) mit Gemüse (und etwas Krautähnlichen). Und Sojamilch - die ist voll lecker hier!
Dann sind wir nach Hause gefahren und ich durfte meine Tasche auspacken und duschen. Aber um das hier mal festzuhalten: ich wünschte ich würde in einer Dusche leben hier in Taiwan. Sobald man aus der Dusche kommt, kann man nicht mehr unterscheiden, ob man noch nass ist oder ob man wieder anfängt zu schwitzen. Aber ich habe eine Klimaanlge und einen Ventilator in meinem Zimmer. Dann habe ich erstmal geschlafen.
Und dann begann es: Ich musste auf's Klo. Nicht nur einfach "aufs Klo". Ich musste wirklich! Mein Bauch wollte mir wohl sagen "Oh Anna, hier ist alles anders, ich muss erstmal Deutschland fallen lassen". Es ist schrecklich. Sorry, dass ich das jetzt so beschreibe, aber ich muss das jetzt mal erzählen. Zumindest als ich aufgewacht war, nachdem ich dann doch irgendwann schlafen konnte, tat mein Bauch immernoch weh. Meine Gastmutter allerdings hatte mir chinesische Nudeln gekocht. Aber ich war völlig unfähig irgendwas zu essen! Also habe ich ein paar Bissen genommen und dann in meinem Buch die Zeichen für "Bauch" und "schmerzen" rausgesucht. Sie hat das völlig verstanden, das war so lieb. Meine Familie ist wirklich sehr nett!

Auf jeden Fall sind wir danach zur "Visastelle" gefahren, um mich in Taiwan anzumelden. Und ich musste auch meine Fotos abgeben, die ich extra in Deutschland habe machen lassen. Aber sie sagten in der Visastelle, dass der Hintergrund weiß sein muss. Also mussten wir neue Fotos machen. Zumindestens habe ich jetzt die Aufenthaltsgenehmigung für Taiwan.
Dann sind wir in das zweite Haus von meinem gastvater gefahren in die Berge. Ja, ihr habt richtig gehört. Ich wusste auch nicht wo es hingeht, doch irgendwann waren wir auf einer Landstraße, die in Serpentinen in die Berge geführt hat (vorteilhaft für meinen Magen natürlich!). Ca 30 Minuten sind wir durch die Berge so gefahren. Aber es sah wunderschön aus! Mein Gastvater meinte, weil ich immer sagte, dass ich es schön finde, dass er findet dass ich sehr naturverbunden bin. Das war schön, als er das gesagt hat.
In dem Garten an dem Haus hat er mir dann Ananas, Limetten, Kaffee und noch irgendwas gezeigt, das wächst dort nämlich.
Es waren gerade Bauarbeiter in dem Garten, denn sie bauen eine Terasse mit wirklich super Blick! Ich wurde auch von ein paar Moskitos gestochen, doch meine Gastmutter hatte eine Salbe, die nach Pfefferminz riecht, die hat sofort geholfen.
Mit den Arbeitern haben wir dann ein...komisches Getränk getrunken. Mein Gastpapa sagte, es sei gut für die Gesundheit. Es war ein dickflüssiger Mix von dunkelgrün und dunkelbraun, hat süßlich geschmeckt. Hat sogar ein bisschen meinem Bauch geholfen, aber die Rückfahrt hat das dann alles wieder ein bisschen durcheinander gebracht. Taiwaner scheinen sich auch gerne in den Bergen mit Serpentinstraßen, bergab, mit Vollgas, gerne zu überholen.










Meine Gasteltern haben dann noch kurz angehalten, und mir einen Energie-Drink gekauft. Damit ich nicht soviel Wasser verliere (Bauchschmerzen). Das war etwas komisch, aber okay. In der Wohnung in der Stadt habe ich mir dann erstmal eine Kohletablette eingeworfen, geschlafen, Toilette, Kohletablette, u.s.w.
Das mag jetzt alles lustig klingen, aber in diesem Moment habe ich mich sehr einsam gefühlt. Es war ganz....traurig und fremd....und ich vermisse euch so sehr!!!!!!!!!!!!!!!!!
Als ich mich erholt hatte, bin ich in die Stube gegangen, denn meine Gasteltern und Geschwister kamen vom Einkaufen wieder. Ich habe die Gastgeschenke überreicht, wir haben Chinesisch geübt und danach bin ich noch mit meiner Gastmutter und dem Hund eine Runde um den Block gegangen. Apropo Hund: Mein Haus sieht aus wie ein Hotel. Ich habe auch ein eigenes Bad. Aber unter meinem Waschbecken steht das Katzenklo. Und das Hundefutter steht vor dem Bad. Es ist eben eine andere Kultur.

Jetzt sitze ich hier und schreibe, ich hatte gehofft skypen zu können, aber vielleicht morgen. Es ist alles anders hier. Ich sitze hier und miéin Bauch ist leer. Seit heute morgen habe ich nichts gegessen, aber ich habe das Gefühl dass wenn ich was esse, dass ich gleich auf's Klo muss. Ich hoffe morgen ist es besser. Meine gastmutter meinte, ich kann erstmal Obst und Gemüse essen, weil ich mich erstmal an das andere Essen und die Teperatur, und die Luft und die Umgebung gewöhnen muss. Recht hat sie. Sie hat Mangos und Bananen (und einen Adapter!) gekauft und ich bin gespannt, sie morgen zu probieren.
Ich habe übrigens mein eigenes Zimmer. Die älteste Gastschwester ist in den USA und ich habe ihr Zimmer.


Ich vermisse euch und liebe euch und hoffe dass wir bald skypen können. Ich darf hier sehr viel lernen. Und ich kann lernen, mich in mir selbst zuhause zu fühlen. Aber im Moment...ich liebe euch alle!!! Wirklich, das Wort "LIEBE" beschreibt es nicht mal annähernd!
Also es sind hier alle sehr lieb und nett und rücksichtsvoll zu mir, wofür ich so furchtbar dankbar bin, aber es ist eben anders.

Morgen gehe ich auf die Sanxia Road (Einkaufsstraße und der Zushi Tempel) mit meinen Gastgeschwistern (die eigentlich kein Englisch können). Das wird sehr lustig...

Mitlerweile ist es um elf.

Ich umarme euch!!!!!

Eure Anna

Freitag, 22. August 2014

Gastgeschenke und Zuwachs

Liebe Freunde,

jetzt möchte ich euch zeigen, was ich für Gastgeschenke mitnehme. Da ich vorraussichtlich drei Gastfamilien haben werde, ist das Basisgeschenk ein Reiseführer auf Chinesisch, ein Lesezeichen von der Kunsthofpassage in der Neustadt und ein Kalender von Dresden. Meine erste Familie bekommt zusätzlich einen Regenschirm von Dresden, eine Seife aus der Pfundsmolkerei, CD's mit klassischer Musik (scheinbar stehen die auf klassische Musik) und für meine Gastgeschwister habe ich aus FIMO kleine Cupcake-Ohrringe gemacht.
Die anderen Gastgeschenke schickt mir Mama dann entweder später oder ich belasse es dabei. Ich habe nämlich außerdem einen Bildband von Deutschland dabei, den ich zeigen kann. Außerdem kommt ja auch noch die Adventszeit mit Heilig Abend und Weihnachten :)
Mein Counselor (also eigentlich Counselorin) von meinem Rotaryclub in Taiwan (der Counselor ist derjenige/diejenige, der mir bei Problemen und dem Zurechtfinden in Taiwan hilft) bekommt einen Kalender von Dresden und ein Wimpel von meinem Rotaryclub in Freital.



Außerdem möchte ich euch von unserer neuen Austauschschülerin erzählen, die nun für vier Monate bei uns leben wird. Sie kommt aus Ecuador - Südamerika. Sie ist total nett und angagiert. Sie ist interessiert und bittet uns immer darum Deutsch mit ihr zu reden. Vorher konnte sie noch kein Deutsch, doch was sie in den letzten drei Tagen gelernt hat ist sehr enorm! Wir haben in den letzten Tagen viel gelacht, geredet und Spaß gehabt. Sie ist jetzt schon ein Teil der Familie und ich bin etwas traurig, dass ich in zwei Tagen schon abreisen muss.
Aber wenigstens bin ich beruhigt, dass es Mama mit ihr gut gehen wird, zumindestens wird es nicht so kompliziert, wie das letzte Mal. So ist das halt; man weiß vorher nie, wie der Austauschschüler ist, wenn er zu einem kommt. Das ist das immer wie eine Überraschung. Aber das ist ja logisch, denn es ist eine ganz andere Kultur an die man sich erstmal gewöhnen muss, aber die man irgendwann zu akzeptieren weiß.








Morgen ist meine kleine Abschiedsfeier und einen Tag darauf geht es dann gen Taiwan. Ich würde gerne noch von meiner Abschlussfeier einen Blogeintrag vor meinem Abflug veröffentlichen, doch wahrscheinlich werde ich kaum Zeit haben, weil ich meinen Koffer noch fertig packen muss. Ansonsten kommt der nächste Eintrag aus Taiwan...

Mal sehen...

Seid ganz lieb umarmt von Anna

P.S. Mein chinesischer Name ist übrigens cai an na. "Cai" ist der Nachname meiner Gastfamilie, doch wenn man es wörtlich übersetzen würde, bedeutet es "jenes friedliche Gemüse". Das passt ja zu mir!

Dienstag, 5. August 2014

ABSCHIED

你 好,

da leider nicht alle zu meiner Abschlussfeier kommen konnten, da Ferien und deshalb viele im Urlaub sind, habe ich viele Freunde nochmal einzeln getroffen.
Das war zwar ziemlich zeitaufwendig, aber dennoch hat es sich gelohnt. Und meine Grundschullehrerin (die eine sehr gute Freundin unserer Familie geworden ist) meinte, dass man sich so auf die Person voll und ganz konzentrieren kann. So ist es ein Leichteres das Treffen persönlich zu gestalten, denn im Endeffekt hat man ja doch zu jeder Person eine andere Verbindung.
Ich habe mich sehr über die Gespräche gefreut. Jeder konnte mir mit eigenen Tipps helfen oder Ratschläge mitgeben. So habe ich viele Blickwinkel kennengelernt, die mein Selbstwertgefühl und meine Gedanken, auf das Auslandsjahr bezogen, bestärkten. Vielleicht wäre das in der Masse untergegangen...
Morgen ist meine kleine Abschiedsfeier, bei der nochmal die engsten Freunde und Familienmitglieder zusammenkommen.
Vielen Dank auch an meine Cousine, die mir ein kleines Abschiedspaket geschickt hat. Das war eine große Überraschung am Mittwochmorgen!
Hier ein paar Bilder meine Abschiedsfeier(n):










Ich habe nicht Fotos von allen Treffen, aber jedes Treffen war eine Bereicherung für mich! Vielen Dank dafür!!! Danke für die Glückwünsche, die kleinen Presente (ich habe auch ein Taiwanflagge geschenkt bekommen - jetzt habe ich eine Eigene!), die Motivation und das Beisammensein. Ihr seid mir alle sehr wichtig! Vielen Dank für eure Freundschaft und Herzenswärme!

Seid ganz lieb umarmt von
Anna


Noch 20 Tage

你 好

ich wünschte, ich könnte schon mehr von meinem Austauschjahr berichten, als nur von den Vorbereitungen.

Aber ich bin total aufgeregt!

  • Nächste Woche gehe ich nur nochmal zum Gesundheitsamt, um für die Visumbeantragung die letzten Daten auszufüllen, und dann ist der ganze Papierkram wahrscheinlich endgültig erledigt. Puuh...
  • Ein Smartphone (hätte nie gedacht, dass ich mal so ein Wort benutzen werde) habe ich jetzt auch, um die Kommunikation zwischen Austauschschülern, Gasteltern und mir zu erleichtern - muss nur noch alles eingerichtet werden. Für mich ist so ein Handy echt ungewohnt, aber ich gehe in ein hochindustriell entwickeltes Land, da werde ich das dort wohl am besten lernen, mit sowas umzugehen :)
  • Dieses Wochenende wird mich eine Freundin besuchen, die auch nach Taiwan geht, aber leider nicht nach Taipei, sondern in den Süden. Deshalb freue ich mich besonders sie nochmal zu sehen. Wir haben uns bei einer Rotary-Veranstaltung kennengelernt und uns sehr schnell angefreundet. Das finde ich schön am "Austauschschüler-Sein". Man fasst Mut auf neue Menschen zuzugehen, einfach weil man irgendwie drauf angewiesen ist. Und es entstehen intensive Kontakte und Freundschaften, die einem das Gefühl geben, dass man ewig befreundet sein wird. Das habe ich bis jetzt sehr selten erlebt, aber ich bin sehr dankbar dafür!
  • Meine Schule hat sich bei mir gemeldet und hat mich darum gebeten, meine Kurse zu wählen - oder eher meinen "Lernbereich"... Das finde ich so cool!
    Hier ist nochmal der Link zu meiner Schule. Die Lernbereiche findet ihr unter "Departments". http://www.saihs.edu.tw/english/frame.html
    Ich nehme wohl Food Processing, weil es mich einfach am meisten anspricht.
  • Was gibt es noch zu berichten? Ach ja...unsere Austauschschülerin aus Ecuador wird bald zu uns kommen. (Bei Rotary verpflichtet man sich als Familie, die ihr Kind "wegschickt", für drei Monate auch einen Austauschschüler aufzunehmen). Ich habe sie per Chat und Email schon kennengelernt. Sie ist sehr nett und ich freue mich schon sehr auf sie!

Wie gesagt bin ich schon sehr aufgeregt. Ab und zu werde ich nervös oder bekomme Angst, weil ich bald einfach so für 10 Monate nicht mehr in meiner gewohnten Heimat leben werde. Aber ich versuche optimistisch zu bleiben und sage mir, dass ich in diesem Jahr sehr viel lernen und reifen und Vieles anders betrachten werde, wenn ich wieder zurück bin. Aber noch bin ich nicht zurück. Ich bin noch nichtmal fort, ich bin immernoch Zuhause.
Und 20 Tage sind 20 Tage und diese werde ich wahrnehmen, so gut es geht!

Seid ganz lieb gegrüßt von
Anna



Donnerstag, 17. Juli 2014

Noch 三十八 (38) Tage

Hallo ihr Lieben,

heute war der vorletzte Schultag und seit dem letzten Blogeintrag ist ein bisschen Zeit vergangen. Deshalb dachte ich mir, dass ich mal wieder einen Blogeintrag schreibe.

Außerdem gibt es etwas ganz Wichtiges mitzuteilen. Meine Guaranteeform (mit Adresse der Gasteltern und Schulstempel etc.) ist nämlich gekommen, das heißt, dass ich jetzt mein Visum für's Ausland beantragen kann. Wahrscheinlich muss ich deshalb auch nochmal zu einigen ärztlichen Untersuchungen, aber das Größte ist erledigt.

Langsam merke ich auch, wie alles zuende geht. Also nicht im negativen Sinne, sondern, dass man auf einmal alles anders betrachtet. Wie gesagt war heute der vorletzte Schultag. Und da habe ich das letzte Mal fast alle Schüler und Lehrer gesehen. Das hat sich schon merkwürig angefühlt, aber nicht im schlechten Sinne, sondern eher befreiend und aufregend, weil ich weiß, dass bald alles ganz neu anfängt. Mein Flug geht am 24. August und ab diesem Tag wird sich in meinem Leben Vieles ändern und heute, als ich da so in der Schule saß (wir hatten sowas Ähnliches wie ein Schulfest), ist mir das Ganze wieder bewusst geworden. Vorallem weil ich ja nach dem Taiwan-Jahr nicht mehr auf meine jetzige Schule gehen werde, sondern auf eine Berufsschule, wo ich das Abitur in drei Jahren mache. Lauter Erinnerungen sind an mir vorbei geschossen, Erfahrungen, die ich hier machen und aus denen ich lernen durfte. Erfahrungen, die mir Kraft gekostet haben, aber für die ich heute dankbar bin, denn ich habe gelernt, auf mich selbst zu hören.
Ich habe keinen Kummer, dass ich Freunde oder Schulkameraden verliere, denn ich weiß, dass ich zu denen, die mir wirklich wichtig und im Herzen wirklich vertraut sind, ich immer Kontakt haben werde.
Ich bin dankbar für das, was war und freue mich auf das neue Abenteuer!

Es hängt sogar schon eine Liste in meinem Zimmer, auf denen ich Sachen aufschreibe, an die ich ganz dringend beim Packen denken muss. (Danke Oma, dass du mir deinen Riesenkoffer zur Verfügung stellst!)
Mein Chinesischunterricht ist mitlerweile auch zuende und die Einladungen für meine Abschlussfeier sind auch verschickt. Jetzt warte ich auf Rückantwort.

Es ist alles sehr aufregend. Morgen geht der Flug von einer Klassenkameradin aus der Parallelklasse, sie wird für ein Jahr in die USA fliegen. Die anderen Austauschschüler aus meiner Schule gehen auch in die USA, außer einer, der geht nach England. Als sie mir heute gesagt hat, dass sie morgen fliegt, war ich ganz aufgeregt und gespannt, denn ich habe mir vorgestellt, wie es ist, wenn es bei mir heißt "nur noch 1x schlafen und dann geht's los!"

Hier habe ich für euch noch etwas Interessantes eingefügt:

http://www.taiwanyep.tryex.org/index.php?option=com_content&task=view&id=90&Itemid=81
- das ist der Link von meinem "Veranstaltungsplan"(von meiner Organisation aus)

http://www.taiwanyep.tryex.org/index.php?option=com_content&task=view&id=96&Itemid=83
- da könnt ihr euch ein paar Beispiele anschauen, was in Taiwan vielleicht auch machen werde (auch von der Organisation aus)

Ganz liebe Grüße sendet
Anna

P.S. Nicht über das neue Design wundern, ich probiere mich noch ein bisschen daran. Es wird wohl noch ein bisschen dauern bis ich vollkommen zufrieden damit bin. Vielleicht schieße ich in in Taiwan ein hübsches Foto, dass ich als Hintergrund verwenden kann.