Samstag, 1. Oktober 2016

TAIWAN 2016 - Tag 6



Auch an diesem Tag haben wir beschlossen, nicht früh aufzustehen, sondern Urlaub Urlaub sein zu lassen und haben gemütlich bis 9:30 Uhr geschlafen. 
 
Für heute hatten wir uns vorgenommen, an einer Teezeremonie in den Bergen teilzunehmen. Dazu sind wir erst mal eine ganze Weile mit der U-Bahn in den Südosten Taipehs nach Muzha gefahren, um dort dann wiederum 25 Minuten mit der Gondel in die Berge nach Maokong zu fahren.

 Mama wird schon richtig taiwanesisch, denn sie hat sich einen Sonnenschirm gekauft :)

Es ging Hügel hinauf und Hügel hinab, doch wir hatten eine wunderbare Aussicht! Desweiteren war es Freitagmittag, sodass wir wegen möglichem Touristenstrom nicht an der Gondelstation anstehen mussten, sondern alles war ganz entspannt und ruhig.






In Maokong angekommen, haben wir uns auf den Weg zu einem Teehaus gemacht, das ca. 15 Minuten zu Fuß von der Gondelstation entfernt lag.
An diesem Tag haben wir so viele Ausländer gesehen, wie die ganzen letzten 6 Tage nicht. Wahrscheinlich weil die Taiwaner alle in der Schule und auf Arbeit waren. Aber das war richtig ungewohnt, auch Mama hat gesagt, dass man sich so schnell an die Umgebung und die Leute hier in Taiwan gewöhnt hat, dass man über Ausländer immer richtig überrascht ist.
Hier ein paar Eindrücke vom Weg zum Teehaus:



 Vertrocknete Auberginen...
 ...und Chillis



Am Teehaus angekommen, dauerte es auch nicht lange bis wir mit einem alten Bio-Teebauern und 3 weiteren Touristen aus Shanghai um einen kleinen Tisch saßen und Tee verkosteten.
Der Teebauer erzählte uns, wie der der Tee dort oben angebaut wird und wie er zubereitet werden muss, damit er seinen Geschmack entfalten kann:

Die Teesträucher wachsen kniehoch auf treppenförmig abfallenden Gelände und erinnern eher an struppige Gartenhecken. Die Teebauern arbeiten mit Gummistiefeln und einem spitzen, runden Strohhut, der für Touristen meist nur ein skurriles Mitbringsel darstellt. Doch nichts schützt Gesicht und Nacken besser vor der Sonne, als dieser einfache Hut.
Ende April wird der Tee geerntet. Doch sobald die Teeblätter gepflückt wurden, fangen sie an zu welken. Die Fermentation muss also genauestens kontrolliert und im richtigen Moment unterbrochen werden, damit der Tee am Ende das gewünschte Aroma erhält. Die Blätter müssen also getrocknet werden, damit sie langsam Feuchtigkeit verlieren. Am ersten Tag müssen sie aller 2 Stunden gewendet werden, damit sich die Feuchtigkeit verteilt und gleichmäßig entweicht.
Wenn der Teebauer entscheidet, dass es an der Zeit ist, die Fermentation zu unterbrechen, erhitzt er den Tee in einer Maschine ca. 6 Minuten auf ca. 300°C. Danach werden die Blätter zu Knäulen gerollt, gepresst und gewalkt und wieder erhitzt (auf 100°C). Dieser Prozess wird 20x wiederholt.
Danach wird der Tee geröstet, abgekühlt und dann wieder geröstet. Dieser Prozess wird letzendlich so lange wiederholt (von Ernte bis Verkauf vergehen ca. 14 Tage) bis der Teebauer zufrieden ist und den Tee abpackt und verkauft. Dieser ist dann bis zu 2 Jahren haltbar.

 Die Teefelder

 Zuerst wird der frisch aufgebrühte Tee in den unteren blauen Becher gekippt.
 Dann wird der blaue umgedreht, der weiße darunter.
 Dann wird der blaue entfernt, damit der Tee in den weißen fließt und man den Geruch des Tees im blauen testen kann.

Noch ein paar weitere Eindrücke von Maokong:
 
 In Deutschland sehe ich nie Angestellte, die in Unternehmen die Fenster putzen, hier sieht man das ständig.
 Was der Taifun noch hinterließ
 Auf dem Rückweg


Zurück in Taipei City, ging es nach einem kleinen Spaziergang durch den Daan Park noch nach Dongmen, denn ich wollte Mama noch das tollste Eis Taiwans zeigen:

 Kleiner Schnappschuss aus dem Daan Park
 Mango-Crushed-Eis

Zum Abendessen haben wir uns mit einer ehemaligen Schulkameradin von mir verabredet und sind zum Essen zu einem vegetarischen Hot-Pot-Restaurant gegangen. Sie hatte noch einen Freund dabei, der nächstes Jahr an der „Carl-Maria-von-Weber-Musikhochschule“ in Leipzig studieren möchte und auch schon ein bisschen Deutsch sprechen kann.
Es war wirklich ein sehr sehr netter Abend!

Nach dem Essen sind wir noch durch den Park der  Sun-Yat-Sen-Memorial Hall spaziert und haben Taipei auf uns wirken lassen:


 In Taiwan ist es üblich, dass sich Clubs, z.B. Tanz-Clubs von Schulen, immer außerhalb auf öffentlichen Plätzen zum Üben treffen. Leider war es zu diesem Zeitpunkt schon sehr dunkel und ich konnte nicht so viele gute Fotos machen.


 In Taiwan ist übrigens "Pokemon-Go" auch sehr beliebt...
 Meine Freundin erzählte mir, das mindestens 90% von den Leuten, die an der "Sun-Yat-Sen-Memorial Hall" waren, nur dorthin gekommen sind, um Pokemons zu fangen.

Gemeinsam mit den 2 Freunden, Mama und mir sind wir noch zur U-Bahn gelaufen und dann musste auch schon wieder Abschied genommen werden.


Der Abend verging wieder viel zu schnell, deshalb habe ich es auch an diesem Abend nicht mehr geschafft, den Blog zu schreiben…

TAIWAN 2016 - Tag 5



Nach entspannten Aufstehen ging es heute zum Frühstück in die vegane Bäckerei im Osten von Taipei.
Wer meinen Blog schon letztes Jahr ab und zu mit verfolgt hat, weiß wahrscheinlich schon, dass diese Bäckerei ein besonderer Teil meines Austausches war, einfach nur, weil ich dort gerne und vor allem immer willkommen war! 

Heute Morgen waren die Regale allerdings noch leer. Durch den Taifun war die Bäckerei 2 Tage nicht in Betrieb und heute Morgen musste erst alles frisch hergestellt werden. Deshalb durften wir auch ein frisch gebackenes Schokobrot probieren!
Das war himmlisch!



Nach langem Quatschen mit dem Inhaber der Bäckerei, der sich beim ersten Blick an mich erinnert hat (juhuu!), ging es nach Ximen.


Ximen konnte ich nie besonders gut leiden, weil dort immer sehr viele Leute waren und alles sehr laut und bunt ist. Ich habe nie ganz verstanden, warum die meisten der Austauschschüler es geliebt haben nach Ximen zu gehen. Allerdings wusste ich, dass es dort, das 西門紅樓 gibt. Ein rotes altes Haus im japanischen Stil. Heute gibt es darin einen kleinen Markt und Stände, wo selbstgemachte Dinge verkauft werden: von Klamotten, über Notizbücher bis hin zu Überzügen für große Reisekoffer.
Bilder von dem Markt habe ich nur noch vom letzten Jahr:



Hier noch ein paar weitere Eindrücke von Ximen aus diesem Jahr:


 Suchbild: Wo ist Mama?

 Man kann in Ximen übrigens auch Schulkleidung kaufen.
 Schulkleidung aus meiner ehemaligen Schule in Taiwan habe ich auch gefunden!
 Ich habe mir eine Taiwan-Haargummi gekauft!!! Taiwan-Style ;)

 Mama und ich haben dort wirklich eine ganze Weile verbracht, um weitere Geschenke und andere Dinge zu kaufen :)
 
Am späten Nachmittag sind wir dann noch mit der Metro nach Gongguan gefahren.
Ich finde das ziemlich cool, dass ich mich so nach und nach an alle Metro-Stationen in Taipei erinnern kann!

Denn von dieser Gongguan-Station ist es nicht weit bis nach Treasure Hill.
Treasure Hill habe ich damals durch meine dänische Freundin entdeckt, die immer drauf und dran war mit Hilfe eines Lonely-Planet-Reiseführers, immer wieder neue Attraktionen, die nicht wie Sehenswürdigkeiten im Vordergrund stehen, zu erkunden.
Treaure Hill ist so ein Ort, den nicht mal alle Taiwaner kennen. Ich habe im Internet eine sehr gute Beschreibung gefunden, für das, was Treasure Hill eigentlich ist:

„Als Chiang Kai-shek [damaliger Präsident von Taiwan] Ende der 1940er Jahre mit tausenden Veteranen vom Festland hierher kam, gab es schlicht zu wenig Platz für die neuen Siedler, so dass sich überall im Land illegale Siedlungen bildeten. Eine davon war Treasure Hill am Ufer des Xindian-Flusses, nur einen Steinwurf von der größten Uni Taiwans, der National Taiwan University, entfernt. Bis die Stadtregierung 2007 das Areal schloss, um es umfangreich zu restaurieren, war es darüber hinaus ein wichtiger Treffpunkt für Taipehs alternative Szene: Auf Hausdächern wurden Kunst-Performances und Musikfestivals abgehalten und einige der Gebäude dienten schon damals als Studios, Galerien und Cafés.
Nach der Wiedereröffnung 2010 hat Treasure Hill zwar seinen Hausbesetzer-Charme und auch den Großteil seiner ursprünglichen Bewohner verloren. Dennoch lohnt sich ein Spaziergang bzw. ein Fahrradausflug hierher – vor allem wegen der netten Galerien und der spektakulären Lage: Der Xindian-Fluss wurde in den letzten Jahren extensiv renaturiert und für die Stadtbewohner zugänglich gemacht. Nun kann man seinem Verlauf kilometerweit folgen und bekommt einen ganz besonderen Blick auf die Stadt.

 Auf dem Weg nach Treasure Hill muss man erstmal an viel befahrenen Straßen entlanggehen. Eben typisch asiatische Hauptstraßen.















 Dieser Ort ist wirklich sehr speziell und ich bin froh, dass meine Freundin mir damals diesen Ort gezeigt hat. Und zudem fühlt es sich sehr gut an, einem Stück Geschichte von Taiwan so nah zu sein! Desweiteren ist Treasure Hill ein bisschen abgelegen, sodass man auch sich selbst sehr speziell fühlt, weil man einer von wenigen ist, die diesen wunderbaren Ort kennen!

 Am Abend ging es wieder zum vegetarischen Buffet.
 
So ließen wir den Tag ausklingen, und fielen am Abend müde in unsere Betten.