Dienstag, 27. September 2016

TAIWAN 2016 - Tag 1

Nach langer Zeit ist es nun mal wieder Zeit...
Ich bin zurück in Taiwan!!!

Seit meiner Rückkehr in Deutschland warte ich auf diese Reise. Schon in Taiwan hatte ich beschlossen, während der Herbstferien wieder hierher zu kommen. Nur diesmal bin ich mit Mama unterwegs, denn ich möchte ihr zeigen, wo und wie ich hier in Taiwan gelebt habe und wo ich die schönsten Momente verbracht habe.



Früh um 6:00 Uhr ging es los. Unser Auto stellten wir bei einer Arbeitskollegin von Mama ab, welche uns dann zum Flughafen fuhr. Das fand ich wirklich sehr freundlich und hilfsbereit, wenn man bedenkt, dass es Samstagmorgen um 6:30 Uhr war!

Von Dresden aus ging es dann mit dem Flieger nach Frankfurt. Von Aufregung spürte ich erstmal noch nichts, da ich ja schon öfters geflogen bin und auch der Gedanke an die Rückkehr nach Taiwan machte mich noch nicht nervös.

Bei dem Flug von Frankfurt nach Taipei konnten Mama und ich erst nicht zusammen sitzen. Wir hatten zwar Tickets, konnten aber keine Tickets vorbestellen. Nach langen Nachfragen bei der Stewardess und den Sitznachbarn konnten wir dann allerdings doch zusammen sitzen.
Der Flug war ewig lang und wir haben kaum geschlafen. Die Nacht davor haben wir auch nicht viel geschlafen, da wir noch bis in die Nacht gepackt hatten. Das heißt bei der Ankunft in Taipei waren wir entsprechend sehr sehr müde. Aber dazu später mehr. 

Genug Platz, um was für die Schule zu machen, gab es auch nicht. Denn da ich für den Urlaub eine Woche freigestellt bin, hatte ich mir genau das vorgenommen... mal sehen, wie ich das hinbekomme. 

Ankunft in Taiwan: ca. 6:00 Uhr (TW-Zeit)
Meine Gasteltern und Gastschwestern empfingen uns mit viel Freude und Umarmungen! Wir hatten uns zwar schon im Sommer in Dresden gesehen, allerdings bereitet ein Wiedersehen mit Leuten, die einem ans Herz gewachsen sind und mit denen man zusammen viele Erfahrungen gesammelt hat, sehr viel Freude!
Sie standen dort wohl schon eine Weile und haben auf uns gewartet. 
Naja, nachdem wir aus dem Flugzeug raus waren, mussten wir erstmal noch so einen Ankunftsschein ausfüllen und danach haben wir uns noch umgezogen. Da hatte halt etwas gedauert…
 
Es ging zum traditionellen Frühstück. Wie auch damals vor ca 2 Jahren an meinem 1. Tag in Taiwan. Mama wusste gar nicht, was sie nehmen sollte. Ich hatte ihr zwar alles erklärt, aber mir ging es damals genauso. Ich wusste gar nichts über das alles hier. Also habe ich für sie bestellt. Taro-饅頭 und ein 采包. Und natürlich Erdnuss- und Sojamilch, original aus Taiwan. 


Für mich war die ganze Situation erstaunlicherweise gar nicht so sehr aufregend. Es war so wie immer, zusammen mit meiner Gastfamilie, Mopeds, Taiwan-Geruch, Hitze. Es war einfach Taiwan und das liebe ich! Und Mama war mit dabei und hat alles miterlebt. Es war wirklich sehr schön, alle zusammen zu haben!
 
Mein Gastpapa musste danach allerdings zu einem Rotary-Meeting. Mama und ich sind dann mit Peggy und meinen 3 Gastschwestern zu der 三峽老街 gegangen (das ist eine alte traditionelle Straße). Leider hatte sie da noch nicht geöffnet gehabt und Mama hatte den Eindruck, dass die kleinen Lädchen alles nur Garagen sind und das eigentlich gar nicht so hübsch aussieht. Aber von den Bildern von meinem Austauschjahr müsste sie es ja eigentlich doch schön finden...


 Sportgerät in einem kleinen öffentlichen Park
 Eindrücke aus Taiwan

Am beeindrucktesten war Mama von dem Tempel in Sanxia. Er ist sehr groß und sehr ausführlich gestaltet. Die Architektur des Tempels hat ein damaliger Maler aus Sanxia konstruiert. Er hat z.B. auch die Säulen aus Stein gefertigt, in welche Figuren sind. Z.B. sind da Vögel, die ineinander verschlungen einen chinesischen Charakter darstellen.


 Auch realisiert man mit der Zeit: jeder glaubt in einem Land ganz fest an jeweils etwas anderes. Aber das ist dann sehr tief in einem drin verwurzelt. Und in jedem Teil der Erde ist dies unterschiedlich! Wenn man ein Land auf diese Art und Weise, fern von touristischen Unterhaltungs- und Schauplätzen, kennenlernt, dann öffnet sich der Horizont um ein Vielfaches. Wir sind wirklich alle nur Menschen, die in Frieden miteinander leben wollen. Nur gehen wir dabei oft sehr egoistisch vor. Wenn man aber andere Kulturen kennenlernt und versucht zu verstehen, wie kann man dem anderen dann vorwerfen, etwas Falsches zu tun?








Nach dem Tempelbesuch haben wir das Museum von jenem Maler besucht, welcher den Tempel in Sanxia konstruiert hatte.
In diesem Moment haben wir den Jetlag dann doch ganz schön zu spüren bekommen. Mama musste sich erstmal dort auf eine Bank setzen und schlafen. Ich bin freundlichkeitshalber lieber wach geblieben und habe mir alles brav mit angehört. Doch meine Gastmama schien gemerkt zu haben, dass wir sehr müde geworden sind (oder es schon die ganze Zeit waren) und deshalb hat sie uns angeboten, dass wir uns erstmal bei ihnen Zuhause hinlegen.

Das haben wir dann auch getan. Außerdem hat Mama so auch mal meine Wohung in Sanxia gesehen und mein Zimmer.
Nach ca. 2h Erholung gab es dann Mittagessen, welches meine Gastmama zubereitet hatte. Und es gab natürlich
麻醬麵, das beste Essen der Welt!

Später wollten wir noch kurz Hallo sagen bei meinen Großeltern. Mein Gastcousin wurde 6 Jahre alt, es gab eine „Frozen“-Eistorte und fast die ganze Verwandtschaft war da! So hat Mama die Gastfreundlichkeit der Taiwanesen kennengelernt. Die Taiwanesen sind sehr offene Menschen! Natürlich gibt es Ausnahmen, die gibt es überall. Aber sie wollen immer helfen, sind offen und sind in vielerlei Hinsicht sehr zurückhaltend. Sie reden mit einem, wenn auch in Chinesisch, einfach weil sie dich kennenlernen wollen, versuchen mit Händen und Füßen dir zu erklären, was sie sagen wollen. Mama konnte gar kein Chinesisch, aber meine Gastoma hat sich trotzdem die ganze Zeit mit ihr unterhalten. Meine Onkel hat versucht Englisch zu sprechen. Es war eine tolle Stimmung! Ich bin echt froh, dass diese Familie meine Taiwanfamilie ist und dass ich sie mit meiner Deutschland-Familie vereinen konnte. Bzw. meine Deutschland-Familie mit der Taiwan-Familie vereinen. 




Nach dem Besuch ging es aber immer noch nicht ins Hotel. Mein Gastpapa hatte uns angeboten, uns noch mal in die Berge zum Mountainhaus zu fahren. Ich dachte mir erst, dass mir dann wieder schön schlecht werden würde. Aber er versprach mir langsam zu fahren...

Dort angekommen war Mama ganz begeistert. Denn meine Gastfamilie hat dort ein großes Haus, mit Schlafmöglichkeiten, drumherum ist ein großer Bonsai-Garten und man hat einen Wahnsinns-Ausblick auf einen breiten Fluss, das Tal und ein Sonnenuntergang hat die Aussicht noch zusätzlich geschmückt.




Um 17:30 Uhr wird es in Taiwan übrigens schon dunkel! Mein Gastpapa hat uns abends noch nach Taipei gefahren, dafür aber weniger sachte, sodass mir doch noch etwas schlecht wurde. Was heißt ein bisschen…mir war sehr schlecht. Und ich habe nur noch daran gedacht, endlich im Hotel anzukommen.

Ein Zimmer ohne Fenster erwartete uns schon in einem Hostel, mitten in Taipei. Müde fielen wir dann in die Betten.


Samstag, 27. Juni 2015

Und es könnte so viele Überschriften hierfür geben . . .

. . . doch mir fällt absolut keine ein.
Wie lange habe ich überlegt, wie ich diesen letzten in Taiwan geschriebenen Eintrag nenne.
Doch ist dann die zeit da, dann passt keine mehr, die deine Gefühle exakt beschreiben könnte.

Jetzt habe ich nicht mal mehr 8 Stunden bis ich im Flieger nach Frankfurt sitze.
Und ich fühle mich absolut . . . unbeschreibbar.
Ja, ich kann es einfach nicht beschreiben.

Gestern Abend ist meine Gastschwester aus Amerika wiedergekommen:





Es war wirklich so nett sie kennenzulernen.
Und ich habe mich an den Tag erinnert, an welchem ich in Taiwan angekommen bin. Sie meinte nur knapp eine Stunde nach der Ankunft: "Wie hast du es geschafft, hier atmen zu können?" Denn es ist unglaublich heiß im Moment. Allerdings noch längst nicht so warm wie im August damals.
Aber ist wohl alles nur eine Sache der Gewöhnung.

Heute morgen ging es mit der ganzen Familie ins 永和豆漿 yong he dou jiang (traditioneller Frühstücksladen), in welchem ich mit meiner Familie auch am 1. Tag in Taiwan war.
Danach sind wir weiter zu dem großen Tempel hier in Sanxia gefahren und meine Gastfamilie hat Räucherstäbchen angezündet und für mich gebetet und um einen sicheren Flug gebeten.
Da war ich so gerührt! Und ich habe auch die ganze Zeit gelächelt, einfach, weil ich so glücklich war in so einer tollen Familie zu leben! Gelebt zu haben.
Diese Familie war nicht nur meine Gastfamilie, sondern ist zu meiner Familie in Taiwan geworden. Ich habe mich immer wie ein Teil von ihnen gefühlt.

Es ist unglaublich wie schnell ein Jahr vorrübergeht.
Ich habe mich verändert. Ich habe so viele Dinge ausprobiert, gegessen, gefühlt, erfahren. Ich habe geweint, aber auch unglaublich viel gelacht!
Ich habe gelernt, was Freundschaft ist, was mir von diesem Jahr ewig erhalten bleiben wird. Es fühlt sich so gut an zu sagen: "Ja, ich habe wirklich Freunde gefunden."
Und es haben sich mir so viele Möglichkeiten aufgemacht, nur weil ich ein bisschen den Weg meiner Gedanken geändert habe.

Und ich empfinde unbeschreibbare Dankbarkeit!

Ich kann es jetzt immernoch nicht fassen.
Der Koffer ist gepackt und alles ist bereit, aber mein Körper sagt mir noch immer, dass ich heute Abend mit der MRT und dem Bus heimkomme und in meinem Bett in meinem Zimmer hier schlafen werde.
Und ich schaue aud dem Fenster und sehe das letzte Mal die Skyline Taipeis. Meiner Stadt, meiner wunderschönen Heimat. Und ich lausche noch einmal den Autos und spüre noch einmal die unglaublich tropische Luft auf meiner Haut.
Und ich schaue noch 100x in die Augen der Menschen, die dieses letzte Jahr zu meiner Familie geworden sind. Und ich liebe jeden einzelnen von ihnen.
Und jetz bekomme ich erneut Bauchweh und halte fest an diesem Moment.
Zu wissen, dass es nur noch weniger als 8 Stunden sind.


Der letzte Blogeintrag wird dann wieder aus Dresden kommen.

Bis dahin,
Anna

Taiwan - Taipei: Ich liebe dich! I love you! 台灣 / 台北 我愛你!






Mittwoch, 24. Juni 2015

Und doch nochmal kurz...

Hallo ihr Lieben,

jetzt bin ich es diesmal wirklich, haha :)

Gerade eben habe ich (fast) meinen Koffer fertig gepackt. Es hat mich einige Stunden gedauert. Und zwar nicht, weil ich unglaublich viel Zeug habe (das vielleicht auch). Aber eher, weil ich Zeit an Überwindung gebraucht habe, alles zusammenzusuchen.
Es tut mir Leid, das hier so zu schreiben, aber es ist die Wahrheit: Es gibt niemanden, außer einen Austauschschüler, außer meine Freunde hier oder meiner Gastfamilie, die verstehen würden, wie ich mich gerade fühle.
Als ich hier her gekommen bin, da war mir: Oh, mein ganzes Leben passt in einen Koffer. Doch nun, wenn ich nochmal packe, da denke ich nochmal darüber nach, nur mit dem Unterschied, dass mein Leben in Taiwan wesentlich kürzer, aber dafür vielmehr voll an Erfahrungen und Selbstfindung war.
Und ich nehme jedes einzelne Ding in die Hand. Und alles erinnert mich an dieses wunderbar vergangene Jahr.

Die letzten zwei Wochen habe ich regelmäßig einen Bus zum Flughafen genommen, da immer wieder jemand zurück in sein Land fliegt.
Meine Gedanken sind ganz hin und her und ich weiß nicht, was ich denken soll, sodass mir manchmal der Bauch und der Kopf ganz wehtun.
Facebook füllt sich mit "Flughafen - Abschieds - Fotos", der letzte Tag in der Schule, ein letzter Gang über den Schulhof, eine weitere Abschiedskarte, ein weiteres Mal zum Flughafen, der Koffer, der noch immer nicht gepackt ist, ein letztes Mal den Bus 939 nehmen, eine letzte Umarmung.
Dann aber freue ich mich auf wieder auf Deutschland, ganz besonders auch das Essen.
Und dann schreit wer in meinem Kopf: Halt, STOPP! Du bist doch noch hier! 3 Tage sind 3 Tage. Das sind immerhin 72 Stunden.
Und in diesen Gedanken blieb ich den ganzen letzten Monat.
Ich habe nicht geweint, selbst wenn ich es versucht habe. Ich kann es nicht. Denn ich bin noch hier.
Wenn ich mein Gefühl beschreiben sollte, dann ist es nur ein "komsiches Gefühl."
Ich bin traurig, aber kann nicht weinen. Und ich bin glücklich, da ich noch hier bin.

Die ganzen letzten Wochen waren trotzdem unglaublich ereignisreich.

 Meine Gastschwester hatte ihren Schulabschluss.
 Ebenso wie ich. (Greta war nur zu Besuch da ;) )

 Meine liebe Freundin aus Khaosiung und ihre Freundin aus Frankreich sind nochmal für das letzte Mal nach Taipei gekommen.



  Ausflug mit einer Grundschule nach Bali.
Wir haben ihnen das Pfeiffen mit Grashalmen beigebracht.
Die letzte chinese class.
 Der Redewettbewerb und die letzte Orientation meines Rotarydistrikts 3480.
(Die Übersetzung meiner Rede findet ihr unten)





Das letzte Rotarymeeting
Der Geburtstag meiner kleinen Gastschwester.
In dem ersten Monat, in welchem ich in Taiwan war, habe ich herausgefunden, dass sie Geige spielt. Daraufhin habe ich Mama gebeten, mir doch bitte eine CD und DVD von David Garret zu schicken. Diese lag nun 8 Monate in meiner Tasche.
Und es hat sich gelohnt, denn meine Schwester hatte sich echt gefreut.
Seitdem ist hier im Haus nur noch von "David" die Rede, haha :)
Abschied von Gigi, der Amerikanerin, mit der ich Familien getauscht habe.
 ABschlussfeier in der Schule.
Armdrücken ;) Dann haben sie ein Lied für mich gesungen, mir ein Video gezeigt, dass sie über mich gemacht haben, sie haben sogar vegane (!) Pizza bestellt, Sesambeutel und zwei supertolle Geschenke (siehe unten)

 Eine Riesen - Aufklapp - Karte mit jeweils Bildern und kleinen Briefen meiner Klassenkameraden.
Ein Dampfer. Ich konnte es nicht fassen, dass sie mir das geschenkt haben, dass ich sogar etwas aufschreien musste, als sie mir die Augenbinde abgenommen haben!
Ich habe mal vor ca. 6 Monaten erwähnt, dass ich eventuell sowas kaufen würde.
Und dann haben sie es mir 6 Monate später geschenkt! Das ist so unglaublich, sie konnten sich daran erinnern :)
Abschied meiner ungarischen Freundin



FiFa - Fußball - Spiel Taiwan gegen Thailand.


Für welche Mannschaft soll man da sein?
Wenn eine der besten Freundinen aus Thailand kommt, doch die zweite Heimat Taiwan heißt?
 Deshalb verbrachten wir die erste Halbzeit im Taiwan - Fanblock
 Und die zweite Halbzeit sind einige von uns in den Thailand - Fanblock gegangen (wo die Motivation und das Anfeuern für's eigene Team deutlich spürbarer war, als im Taiwan - Block).
Wir haben allerdings unsere Mini - Thailandflaggen rausgeholt und uns Thailand - Stirnbänder aufgesetzt, damit wir nicht im Taiwan - Trikot in der Gegner - Seite sitzen...


 Desweiteren bin ich mit meiner allerallerbesten dänischen Anna (!) im Yangmingshan wandern gewesen. Super schön, sage ich euch!




 Abschlussessen mit meiner großen Gastfamilie.
(mit meiner "kleinen" Gastfamilie, wo dann nur meine Gastmama und - schwestern dabei sein werden ist dann am Samstag."
Abschlussessen mit meiner taiwanischen Freundin.
 
Mit all meinen besten Freunden in Taiwan habe ich mir gewünscht nochmal zu dem Ort zurückzugehen, wo ich an meinem zweiten Tag in Tawian war.
Zur Sanxia Old Street.
 Leider hatte es geregnet.
Was uns unsere Stimmug aber natürlich nicht genommen hat.
(Sanxia ist übrigens da, wo ich wohne - außerhalb von Taipei)







 Mein 2. Tag in Taiwan.


Mein 303. Tag in Taiwan.
Und zum Schluss sind wir zu mir nach Hause und haben alle zusammen zu Abend gegessen und einfach Spaß gehabt und die Zeit genossen.
Anna hat dann noch bei mir übernachtet, weshalb ich diesen Blog sozusagen heute schreibe. Und weshalb ihr gestern einen Gastpost von Anna lesen durftet, haha :)

Und jetzt ist es mitlerweile doch schon Donnerstag, 01:43.

Und ja, es fällt mir schwer. Und ja, ich bin traurig.
Für euch mögen diese Texte einfach nur Texte sein. Und diese Bilder einfach nur Bilder sein. Und die Menschen in ihnen einfach nur Menschen.
Aber die Texte sind nicht nur Texte. Sie sind meine Gedanken. Meine Entwicklung, meine Erinnerung, mein Inneres, mein Ich. Und die Bilder sind nicht nur Bilder, die eines Tages zu Fotografien verstauben werden. Es sind Erinnerungen und Momente. An Gefühle, an Orte, an Menschen. An Menschen, die nicht nur Menschen sind. Sondern Menschen, die mir eine Hand reichten, die mir nahe kamen, die zu meiner Familie wurden.

Eure Anna

P.S.
Hier ist die Übersetzung meiner Rede:

Hallo alle zusammen,
heute ist ein ganz besonderer Tag für uns. Einige sind schon zurück in ihr Land geflogen. Einige gehen morgen, nächste Woche oder nächsten Monat.
Heute ist unsere letzte Chance, dass wir alle zusammen sind, wertvolle Zeit mit unseren Freunden und um zu sagen, was wir gerne sagen wollen.
Also, was möchte ich erzählen?
Während meines Austausches habe ich sehr viel erfahren. Ich habe vorallem über mich selbst gerlernt und auch, was es bedeutet "deutsch" zu sein.
So hatte ich die Idee euch eine Geschichte über Deutsche zu erzählen. Ganz besonders über mich . . . und Kokosnüsse.
Viele Menschen mögen sagen, dass Deutsche sehr ernste Leute sind.
Und das ist auch inetwa richtig.
Wenn ein Deutscher das 1. Mal jemanden trifft, dann mag er es oft über ernste Themen zu reden, wie z.B. Umwelt oder Politik. Oder sei es ein ganz absurdes Thema, aber ernst gesehen.
Aber dies ist nur in der ersten Zeit so.
Vielleicht braucht es ein bisschen Zeit, um mit einem Deutschen nah zu kommen. Aber sobald man ihn besser kennt, dann wird man sehen, dass Deutsche auch eine sehr verrückte Seite haben und auch gerne mal was nicht so ernst nehmen, es an die Seite stecken, verschieben, vergessen und drüber lachen, zu spät kommen und ganz und gar all ihre Wäsche liegen lassen und die kleinen Problemchen einfach ganz in den Müll verschieben.
So mag ich es zu sagen, dass wir Deutschen, ganz besonders ich, wie Kokosnüsse sind.
Von außen ist es sehr hart sie zu öffnen und es dauert eine ganz schöne Weile bis man es irgendwann geschafft hat.
Doch hat man sie erstmal geöffnet, dann erwartet einen drinnen süße Kokosmilch und zartes Kokosfleisch.
Dass man das Kokosfleisch trocknen und laaaaange aufbewahren kann heißt eindeutig, dass ein Deutscher Freund ein ewiger Freund ist (hat man die Schale denn wirklich geöffnet gehabt!)
 Ich denke, dass ich zu Dingen und Umgebungen und Personen, die mir nicht bekannt sind, ich immernoch eine Kokosnuss bin und mich viel zurückhalte.
Doch hier in Taiwan ist meine Schale um einiges weicher geworden! Dafür bin ich dankbar.
 Ich bin stolz ein Deutscher zu sein. Ich bin stolz auf mich.
Vielen Dank (an Rotary, meine Gastfamilie, meine Freunde).